Fremdaufträge |
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Inhalte des Kapitels
2. Ablauf und Steuerungsbeschreibung
Das Objekt Fremdaufträge (Foreign Orders) erzeugt und erteilt zusätzliche Fertigungsaufträge auf Prozess Objekte.
2. Ablauf und Steuerungsbeschreibung
Häufig werden Prozesse nicht nur mit Fertigungsaufträgen aus nur einer Produktionslinie beaufschlagt, sondern auch für Fertigungsaufträgen aus anderen Produktionslinien.
Man spricht dann von geteilten Ressourcen (Shared Resource) bzw. geteilten Prozesse (Shared Processes).
Im Objekt können Sie festlegen, in welcher Art und Weise Fertigungsaufträge erzeugt und an den/die angebundenen Prozesse weitergeleitet werden.
Verständnis des Objekts Fremdaufträge
Abbildung 1 zeigt eine Darstellung einer gemeinsamen Ressource in einem Wertstrom, bei der zwei Produktlinien (A und B) dieselbe Ressource – Prozess 2 – nutzen.
Das Objekt Fremdaufträge (foreign_orders) steht sinnbildlich für zusätzliche Aufträge, die auf eine Ressource einwirken.
In diesem Fall erzeugt es zusätzliche Produktionsaufträge für Prozessobjekte (also Maschinen, Stationen, Arbeitssysteme).
Es wird verwendet, wenn mehrere Produktlinien dieselbe Ressource teilen oder externe Auslastungsanteile modelliert werden müssen.
Das Objekt Fremdaufträge erstellt und gibt zusätzliche Produktionsaufträge für Prozessobjekte aus und wird für gemeinsame Ressourcen oder Eigenschaften in einem Wertstrom verwendet.
Damit wird im Modell beschrieben, dass Prozess 2 nicht exklusiv einer Produktlinie zugeordnet ist, sondern mehrere Produktflüsse bedient.
Produktlinie A
•Prozess 1: Rohmaterial A → Halbfertig A
•Prozess 2: Halbfertig A → Halbfertig A (weiterverarbeitet)
•Prozess 3: Halbfertig A → Endprodukt A
Produktlinie B
•Prozess 1: Rohmaterial B → Halbfertig B
•Prozess 2: Halbfertig B → Halbfertig B (weiterverarbeitet)
•Prozess 3: Halbfertig B → Endprodukt B
Prozess 2 – Gemeinsame Ressource
•Prozess 2 ist zentral dargestellt und mit Gemeinsame Ressource gekennzeichnet.
•Er bearbeitet zwei Produktarten parallel (alternierend):
oHalbfertig A → Halbfertig A: 65 % Anteil der Gesamtarbeitszeit
oHalbfertig B → Halbfertig B: 35 % Anteil der Gesamtarbeitszeit
•Diese prozentuale Aufteilung beschreibt die Belastungsstruktur der Ressource, also wie viel Zeit sie im Mittel für jede Produktlinie verwendet.
Materialfluss-Logik
•Produktlinie A: linear von Prozess 1 → Prozess 2 → Prozess 3
•Produktlinie B: linear von Prozess 1 → Prozess 2 → Prozess 3
•Beide Linien konvergieren auf Prozess 2.
•Danach läuft der Materialfluss wieder getrennt in die jeweilige Endfertigung.

Abbildung 1 - Verständnis des Objekts Fremdaufträge
Abbildung 2 zeigt, wie Fremdaufträge eine gemeinsame Ressource im Wertstrom belegen, ohne Teil des Materialflusses von Produkt A zu sein.
Der rechte Bereich beschreibt die Produktlinie_A mit drei seriellen Prozessen:
•Prozess 1 → Prozess 2 → Prozess 3 (Materialfluss Produkt_A als durchgezogene Pfeile).
•Zwischen den Prozessen fließen Halbfertig A–Bestände; am Ende steht Endprodukt A.
Im linken Bereich ist ein separater Upstream Flow dargestellt: Fremdaufträge (Foreign_orders). Dieser Strom gehört nicht zum Materialfluss von Produkt A, greift aber auf Prozess 2 zu.
Gemeinsame Ressource (Prozess 2)
•Prozess 2 wird von zwei Auftragsarten belegt:
oProdukt A (interner Wertstrom) – mit 65 % der Arbeitszeit/Leistung von Prozess 2.
oFremd (Foreign_orders) – mit 35 % der Arbeitszeit/Leistung von Prozess 2.
•Die Anteile sind durch hellblaue Kärtchen Halbfertig A (oben) und Fremd (unten) sowie die Prozentwerte 65 % / 35 % gekennzeichnet.
•Die roten Kreuze und der Hinweis Kein Materialfluss an den gepunkteten Pfeilen verdeutlichen:
oDie Fremdaufträge haben keinen physischen Materialfluss innerhalb der Produktlinie_A.
oSie verbrauchen lediglich Kapazität der gemeinsamen Ressource (Prozess 2).
oFür Produkt A erscheinen sie also nur als Kapazitätsabzug/Blockade, nicht als Teilefluss.
Parametrisierung der Fremdaufträge (links)
•Fremdaufträge Input mit zwei Parametern:
oProzentualer Anteil Arbeitszeit = 35 % → Kapazitätsreservierung/-verbrauch auf Prozess 2.
oMin. Bestellmenge = 1 → kleinste Losgröße der Fremdaufträge.

Abbildung 2 - Verständnis des Objekts Fremdaufträge
Abbildung 3 - Fremdaufträge |
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siehe Kapitel Mögliche Verbindungen zu Objekten
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